Musik-Instrumente

 

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Querflöte Klarinette Kornett Flügelhorn Trompete Saxophon Euphonium Waldhorn Posaune Tuba Schlagwerk

 

Blasimstrumente

allgemein:

 

 

Blasinstrumente, umfangreiche Gruppe von Musikinstrumenten (Aerophone), bei denen die Töne dadurch erzeugt werden, dass eine von einem Rohr umschlossene Luftsäule durch Anblasen (Rückkoppelungsvorgänge) zu Eigenschwingungen angeregt wird. In der Instrumentensystematik unterscheidet man Trompeteninstrumente (Hörner, Posaunen, Trompeten), Flöteninstrumente (Längsflöten: Blockflöte und Querflöten) und Rohrblattinstrumente (Instrumente mit einfachem Rohrblatt – Klarinetten und Saxophone – und doppeltem Rohrblatt – Oboen, Schalmei und Fagotte). Die Musizierpraxis dagegen unterscheidet Blechblasinstrumente (Trompeteninstrumente) und Holzblasinstrumente (Flöten- und Rohrblasinstrumente). Nach dieser Einteilung gehört die Orgel ebenfalls zu den Blasinstrumenten, Instrumente mit durchschlagenden Zungen wie Akkordeon, Mundharmonika und Harmonium dagegen zu den so genannten freien Aerophonen. Bei sämtlichen Blasinstrumenten entsteht die unterschiedliche Klangfarbe durch die jeweilige Rohrform, teilweise auch durch Material- und Wandstärkenunterschiede sowie durch unterschiedliche Bohrung und Form der Mundstücke bzw. Rohrblattsysteme. Bei den heutigen Trompeteninstrumenten wird die Tonhöhe überwiegend durch Ventile (Trompeten) bzw. Verschieben des U-Rohrbogens (Posaune) verändert. Die Tonhöhenänderung bei Flöten erfolgt durch Grifflöcher mit und ohne Klappen. Bei den Rohrblattinstrumenten wird die Tonhöhe ebenfalls durch Klappen reguliert.
 

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Die Querflöte

Die Querflöte war in China bereits um 900 v. Chr. bekannt und gelangte um 1100 n. Chr. nach Europa, wo sie zunächst als Militärflöte im deutschsprachigen Raum verwendet wurde, daher die alte Bezeichnung Deutsche Flöte. In der Kammermusik des 16. und 17. Jahrhunderts wurden Instrumente aus den Familien der Sopran- bis Bassflöten gespielt. Diese Flöten waren aus einem Stück gefertigt, hatten eine zylindrische Bohrung und sechs Grifflöcher. Die Querflöte wurde um 1600 durch die französische Familie Hotteterre, die sich auf die Herstellung von Holzblasinstrumenten spezialisiert hatten, umgestaltet. Diese Instrumentenbauer entwickelten eine Flöte, die sich aus drei Teilen zusammensetzte. Um 1700 verdrängte diese Querflöte die Blockflöte als typische Orchesterflöte. Im Lauf der Zeit wurden immer mehr Klappen hinzugefügt, um die Intonation bestimmter Töne zu verbessern. Um 1800 war die Querflöte mit vier Klappen üblich, im 19. Jahrhundert wurden Querflöten mit acht Klappen entwickelt.
 

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Im Jahr 1832 schuf der deutsche Flötenbauer Theobald Boehm eine Querflöte mit verbesserter konischer Bohrung, die er sich 1847 patentieren ließ, und die auch im 20. Jahrhundert noch die am weitesten verbreitete Querflöte ist. Die zylindrische Boehm-Flöte besteht aus Metall oder Holz und hat mindestens 13 Tonlöcher. Sie hat einen Tonumfang von drei Oktaven, vom eingestrichenen C aufwärts. Weitere Orchesterflöten sind die Pikkoloflöte, die Altflöte und die Bassflöte.


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Die Klarinette

Klarinette, Holzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt und zylindrischer Röhre. Es besteht aus dem Mundstück, der so genannten „Birne”, dem Ober- und Unterstück und dem trichterförmigen Schallstück.

Das gebräuchlichste Mitglied der Klarinettenfamilie ist die auf B gestimmte Sopranklarinette (Umfang d-b3); Sopranklarinetten gibt es auch in A- und C-Stimmung. Außerdem gibt es die Altklarinette in Es, das Bassetthorn, die Bassklarinette (Umfang C/D-f2) und die Kontrabassklarinette (Umfang F1-b1). Das Bassetthorn war ein Vorläufer der Altklarinette im ausgehenden 18. Jahrhundert. Für alle Klarinetten wird die Musik eine große Sekunde über dem Klang notiert, so bezeichnet also der Ausdruck B-Klarinette die Notation, nicht die tatsächlich klingende Grundnote des Instruments.

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Die Klarinette wurde um 1700 von Johann Christoph Denner aus dem Chalumeau entwickelt. Die Klappenzahl wurde im Lauf der Jahre von zwei auf 13 erhöht. Um etwa 1840 hatten sich zwei komplexe Klappensysteme herausgebildet. Das eine dieser Systeme ist das System Boehms, das in den meisten Ländern angewendet wird und 1844 vom französischen Instrumentenbauer Auguste Buffet patentiert wurde, der die Flötenentwicklungen seines deutschen Kollegen Theobald Boehm auf Klarinetten anwandte. Das zweite, auf einer engeren Bohrung basierende, dunkler klingende System wurde um 1860 vom belgischen Instrumentenbauer Eugène Albert entwickelt.

Die Klarinette gehörte seit Mitte des 18. Jahrhunderts zur Standardbesetzung des Orchesters. Seitdem wurden viele bedeutende Solo- und Kammermusikwerke für und mit Klarinette geschrieben, u. a. von Wolfgang Amadeus Mozart, Louis Spohr, Carl Maria von Weber, Paul Hindemith und Aaron Copland. Auch im Jazz ist die Klarinette ein bevorzugtes Instrument.


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Das Flügelhorn

Geschichte

Der Vorläufer des Flügelhorns wurde in Frankreich unter der Bezeichnung Bugle bereits seit dem 12. Jahrhundert als Signalhorn verwendet. Da das Bugle in der ursprünglichen Form keine Ventile hatte, verfügte es, je nach Länge des Rohres, lediglich über die Obertonreihe eines bestimmten Grundtones.
Um 1800 wurden von deutschen und englischen Infanterieeinheiten Instrumente mit Ventilen in verschiedensten Bauformen entwickelt. So entstanden in hoher Lage das Flügelhorn, in mittlerer Lage das Alt- und das Tenorhorn, in Bass- und Kontrabasslage die Tuba, der Kaiserbass, das Helikon und das Sousaphon. Wegen ihres weichen und etwas groben Klanges haben die Flügelhörner ihren Platz lediglich in der Blasmusik gefunden und, mit Abstrichen - im Sinfonieorchester z. B. bei Mahler.
 

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Charakteristika

Ein Hauptmerkmal der Flügelhörner ist, dass sie bei gleichen Stimmungen in verschiedenen Bauarten auftreten: lang, oval oder rund. Drei oder vier Ventile stehen zur Verfügung. Innerhalb der Blasmusik spielt das Flügelhorn neben der Trompete, die es an Geschmeidigkeit übertrifft, die melodiebetonende Rolle. Das Flügelhorn ist das wichtigste Melodieinstrument in der Egerländer Blasmusik. Die Flügelhornstimmen sind in zwei Stimmen unterteilt. Auch aus der traditionellen Tiroler Blasmusik und aus der Volksmusik ist es nicht wegzudenken, in der modernen Blasmusikliteratur hingegen verliert das Flügelhorn - leider - zunehmend an Bedeutung.
 

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Bauform

Im 19. Jahrhundert entwickeltes Blechblasinstrument aus Messingblech oder Kupfer in gewundener Form, mit Ventilen und kesselartigem Mundstück. Das Rohr ist konisch gebohrt, so dass ein voller und weicher Klang entsteht.


 

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Das Kornett

Kornett, Blechblasinstrument, das Mitte des 19. Jahrhunderts durch Anbringung von Ventilen an das kleine, gewundene Posthorn entwickelt wurde. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war es ein beliebtes Orchesterinstrument. Dann setzte sich die mit Ventilen ausgestattete Trompete durch und verdrängte das Kornett fast überall. Das Kornett hat drei Ventile, der Röhrenverlauf ist überwiegend konisch, das Mundstück ist flach und becherförmig. Im Gegensatz dazu weist eine Trompete eine zylindrische Bohrung und ein kesselförmiges Mundstück auf, ihr Klang ist strahlender als der des Kornetts.


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Die Trompete

Blechblasinstrument, dessen Klang durch die Schwingung der Lippen des Trompetenspielers am Mundstück erzeugt wird. Trompeten aus großen Schneckenhäusern findet man in zahlreichen Kulturen als rituelle Instrumente. Trompeten aus Silber und Bronze mit langen, geraden Rohren, konischer Bohrung und ausladender Stürze (Schalltrichter) gab es bereits in altägyptischer Zeit. Diese ähneln Instrumenten wie der hebräischen Hasosra, der römischen Tuba und der griechischen Salpinx.

Im mittelalterlichen Europa wurde die lange, gestreckte Busine durch ein kürzeres Modell ersetzt (ca. 1300). Etwa um 1400 erhielt das Instrument eine S-förmige Krümmung und um 1500 eine Windung. Diese Form war bis 1800 die übliche Form der Trompete, die in Orchestern benutzt wurde. Ihre enge, zylindrische Bohrung erzeugte einen strahlenden Klang, ihre Töne waren jedoch auf die Naturtöne des Grundtones beschränkt (siehe Harmonik).

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Um 1800 bemühten sich die Instrumentenbauer um eine Konstruktion, mit der man eine volle chromatische Tonleiter spielen konnte. Eine der Erfindungen war ein Klappenmechanismus zum Öffnen und Schließen von Löchern in der Seitenwandung des Rohres. Um 1820 erhielt die Trompete Ventile. Durch Öffnen eines Ventils erhält man zusätzliche Rohrlänge, was die grundlegende Tonhöhe des Instruments senkt und eine andere Obertonreihe ergibt. Die moderne Trompete hat drei Ventile und eine teils zylindrische, teils konische Bohrung.

Für die Wiedergabe der anspruchsvollen, hohen Trompetenpartien Johann Sebastian Bachs, wie man sie etwa im 2. Brandenburgischen Konzert oder in der h-Moll-Messe findet, werden in Barockensembles heute die so genannten Bachtrompeten gespielt.


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Das Saxophon

Saxophon, Blasinstrument aus Metall mit einfachem Rohrblatt (Klarinettenmundstück) und weiter, stark konischer Mensur, entwickelt von dem belgischen Instrumentenbauer Adolphe Sax um 1840. Das Rohr hat 20 Tonlöcher, die durch Klappen abgedeckt sind. Diese Klappen können durch einen Hebelmechanismus gruppenweise mit den ersten drei Fingern jeder Hand geöffnet werden. Zwei Zusatzlöcher, die so genannten Überblaselöcher, erlauben es, Töne zu erzeugen, die eine Oktave über oder unter der Normallage erklingen. Das Klappensystem ähnelt dem der Oboe. Heute wird das Saxophon in acht Größen gebaut, vom Sopranino bis zum Subkontrabass. Die am häufigsten verwendeten Saxophone sind das Sopran-, das Alt-, das Tenor- und das Baritonsaxophon. All diese Versionen haben einen Tonumfang von zweieinhalb Oktaven. Die meisten Saxophone haben ein nach oben aufgebogenes Schallstück und ähneln dadurch der Bassklarinette. Das Sopransaxophon ist dagegen gerade gebaut wie die A- oder die B-Klarinette. Das Saxophon hat einen warmen, samtartigen, in hohen Lagen durchdringenden und in tiefen Lagen etwas schnarrenden, manchmal sogar blechigen und metallischen Klang.

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Das Saxophon wurde im Jahr 1844 erstmals im Sinfonieorchester eingesetzt. Einige Werke sind speziell für dieses Instrument komponiert worden, z. B. von den französischen Komponisten Hector Berlioz und Georges Bizet. Der deutsche Komponist Richard Strauss setzte in seiner Symphonia Domestica (1903) ein Saxophonquartett ein. Weitere bedeutende Sololiteratur für das Saxophon sind z. B. die Rhapsodie für Saxophon und Orchester (1903) von Claude Debussy und die Phantasie für Saxophon und Orchester (1948) von Heitor Villa-Lobos. Trotz dieser Bemühungen konnte sich das Saxophon im Sinfonie- und Opernorchester allerdings nicht durchsetzen. Bei Militärkapellen nehmen Saxophone in der Regel den Platz der Klarinetten ein. In den USA war das Saxophon eng mit der Entwicklung des Jazz verbunden und errang größte Bekanntheit als Soloinstrument. Berühmte Jazz-Saxophonisten sind Sidney Bechet (Sopran), Charlie Parker (Alt), Lester Young, John Coltrane, Coleman Hawkins (Tenor) und Gerry Mulligan.


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Das Euphonium


Geschichte

Das Horn ist heute als Kurzform für das Waldhorn gebräuchlich, dient aber auch als Oberbegriff für Blasinstrumente, deren Ton mit den schwingenden Lippen des Bläsers erzeugt wird. Dazu zählen zum Beispiel das Bügelhorn, das Kornett, das Waldhorn, aber auch die Trompete und die Posaune. Wegen ihres durchdringenden Klanges wurden sie früher vorwiegend als Signal- und Repräsentationsinstrumente verwendet. Hörner hat es schon vor langer Zeit gegeben. In prähistorischer Zeit wurden Naturhörner aus Elfenbein, Holz oder ausgehöhlten Tierhörnern hergestellt. Diese haben sich zum Olifant und Hifthorn entwickelt, aus dem wiederum das Jagd- und Posthorn hervorgegangen ist. Dieses war erstmals eingerollt, um Platz zu sparen.

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Naturhörner verfügten zunächst nur über die Naturtöne. Um den Tonvorrat zu vergrößern, gab es ab dem 13. Jahrhundert Grifflochhörner. Dazu gehören vor allem die Zinken und das Serpent. Im 18. Jahrhundert wurden die Grifflochhörner mit Klappen versehen. Ein berühmtes Klappenhorn ist die Ophikleide, die später von der Basstuba verdrängt wurde. Im 17. Jahrhundert haben sich durch den Einbau von Ventilen aus dem Jagdhorn die Ventilhörner entwickelt, zu denen die Kornette, Flügelhörner sowie die sogenannten Wagner-Tuben gehören. Insbesondere für die Naturwaldhörner machte diese bauliche Veränderung um 1814 eine Vollchromatisierung möglich.
Heute wird normalerweise das Doppelhorn verwendet, das eigentlich eine Kombination aus einem F- und einem B-Horn ist, zwischen denen mittels Umschaltventil gewechselt werden kann.
 

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Charakteristika

Hörner können entweder eine überwiegend zylindrische, aber auch eine überwiegend konische Röhre haben. Das Waldhorn, überwiegend aus Metall, kann eine Tonhöhenveränderung durch den Einsatz der drei Ventile erzeugen. Durch das erste Ventil wird das Horn um einen Ganzton tiefer, das zweite Ventil bewirkt eine Vertiefung um einem Halbton und mit dem dritten Ventil wird das Instrument um eine kleine Terz tiefer gestimmt. Durch die Kombination der Ventile kann eine Vertiefung um sechs Halbtöne erreicht werden, ähnlich wie bei der Posaune. Durch das Umschaltventil bei dem Doppelhorn kann das Instrument sowohl in Tenorlage als auch in Basslage gespielt werden.

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Der Tonumfang eines Horns in F reicht von B1 bis b2, der optimale Klangbereich liegt zwischen F und c2. Ein Ton wird erzeugt, indem der Bläser seine Lippen elastisch spannt, wie es beim Pfeifen geschieht. Dadurch wird der Luftstrom periodisch unterbrochen. Durch das trichterförmige Mundstück entsteht ein weicher, dunkler Klang. Durch Einführen der Hand in den Trichter kann ein Ton so weit modifiziert werden, dass sowohl eine Vertiefung als auch eine Erhöhung erreicht werden kann.
 

Zitat:

 

"Das Schädliche an den Blechinstrumenten liegt in der Tatsache, dass sie die Lungen stärken und damit das Leben der Musikanten verlängern."

 

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Das Waldhorn

 

Aus den einfachen Jagdhörnern wurden im 18. Jahrhundert in Deutschland die Waldhörner als Orchesterinstrument entwickelt.


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Die Posaune

Posaune, Blechblasinstrument mit überwiegend zylindrischem Rohr, kesselförmigem Mundstück und Zugvorrichtung. Die Posaune entstand um 1450 in Burgund als Weiterentwicklung der Zugtrompete und wurde in verschiedenen Größen gebaut, zunächst vor allem als Alt-, Tenor- und Bassposaune. Abgesehen von dem dickeren Blech und der engeren Stürze, die einen weicheren, lieblicheren Ton ergaben, entsprach die frühe Posaune bereits der heute üblichen Form. Die englische Bezeichnung für dieses Instrument lautete Sackbut, abgeleitet von dem französischen Wort Saqueboute, was eigentlich „zieh! (und) stoß!” heißt und auf die Zugvorrichtung des damaligen Modells anspielt. Die Posaune wurde damals vor allem in der Kirchen- und Kammermusik eingesetzt. Um 1700 verlor sie außer in Stadtkapellen zunehmend an Bedeutung, fand jedoch später Eingang in die Militärmusik, wo sie auch ihre heute üblichen weit ausladenden Stürze erhielt. Posaunen mit Ventilen wurden um 1800 eingeführt, doch maß man ihnen keinen wesentlichen Einfluss auf die Klangverbesserung zu.
 

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Die Tonveränderung geschieht bei der Posaune durch die Verlängerung des Instruments mittels eines beweglichen Außenzuges. Das Hinausschieben dieses Zuges ermöglicht eine Vertiefung der Töne und sechs Halbtöne. Dadurch wird die Produktion reiner Töne sowie gleitender Übergänge (glissando, portando) möglich. Heute werden vor allem die Tenorposaune in B (zweiter Naturton, der bis E abgesenkt werden kann; Tonumfang E–d2; Pedaltöne E1–B1), die Tenorbassposaune (eine Tenorposaune, deren Stimmung durch ein Quartventil auf F1 gesenkt werden kann; Tonumfang H1–f1) und die Kontrabassposaune (in F1, bei der die Stimmung durch Ventile auf Es1, C1 und sogar As1 gesenkt werden kann), seltener Alt- und Diskantposaunen verwendet. Weitere Varianten sind Ventilposaunen mit drei bis vier Spielventilen anstelle des Zuges. Die Posaune wurde wegen ihres weichen Klanges gerne in feierlichen Chorsätzen colla parte eingesetzt. Im Orchester wird sie seit dem Ende des 18. Jahrhunderts meist im Trio oder Quartett verwendet. Umfangreiche Literatur für Posaune solo oder im Ensemble existiert in der so genannten Turmmusik. Wichtige Werke für die Posaune schrieben Ludwig van Beethoven und Anton Bruckner (Aequal), im 20. Jahrhundert Frank Martin, Paul Hindemith, Darius Milhaud, Ernest Bloch und Luciano Berio (Sequenza V, 1966).
 

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Die Tuba

Tuba (lateinisch: Trompete), das tiefste der Blechblasinstrumente, mit drei oder vier Ventilen, einem becherförmigen Mundstück, in ovalen, senkrecht verlaufenden Windungen gebogenem Rohr und nach oben gerichtetem Schalltrichter. Die Tuba gehört zur Familie der Bügelhörner, die sich aus den Militärsignalhörnern entwickelt haben. Sie wurde 1835 von dem preußischen Militärsachverständigen Friedrich Wilhelm Wieprecht und dem Berliner Instrumentenbauer Carl Wilhelm Moritz entwickelt. Die Tuba hat einen Tonumfang von mehr als drei Oktaven. Sie wird meistens als Basstuba in Es oder F (1Des bis f1) oder als Kontrabasstuba in B oder C (2A bis c1) gebaut. Die B-Kontrabasstuba wird manchmal auch als „Doppeltuba” bezeichnet. Zu ihren Vorläufern zählen der Serpent (ein S-förmiges, tiefes Holzblasinstrument mit Grifflöchern) und die Ophikleide (ein tiefes Blechblasinstrument aus der Familie der Klappenhörner). Eine Tuba mit kreisförmiger Windung ist das Helikon.

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Das Sousaphon ist eine Variation des Helikons. Die etwa 3,6 bis 5,4 Meter lange Röhre der Tuba verläuft überwiegend konisch, die Mensur differiert regional stark: In Frankreich und England bevorzugt man Modelle mit engerer Bohrung, im deutschsprachigen Raum und in Osteuropa Tuben mit besonders weiter Bohrung und orgelartig vollem Klangvolumen. Wagnertuben sind Instrumente mit vier Ventilen und einer engeren Bohrung. Sie wurden speziell für Richard Wagner gebaut, der für seinen Ring des Nibelungen hornähnliche Klangfarben benötigte. Anton Bruckner kombinierte die Kontrabasstuba mit den Wagnertuben in seiner 7. und 8. Symphonie.


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Schlagwerk/

Schlagzeug

 


Schlagwerk

Das Schlagwerk wird im Orchester vor allem für Klangeffekte, Rhythmen, Melodien und Harmonien verwendet. Die meisten Instrumente des Schlagwerks sind im Zuge der Janitscharenmusik ins Orchester gelangt. Besonders Carl Orff hat sich intensiv mit dem Schlagwerk auseinander gesetzt und das musikpädagogische Konzept des Orff´schen Instrumentariums entwickelt.
 

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Triangel

Die seit dem 14. Jahrhundert in Europa bekannte Triangel ist im 18. Jahrhundert durch die sogenannte "Türkenmode" erstmals im Orchester verwendet worden. Die Triangel besteht aus einem Stahlstab, der zu einem an einer Ecke offenen Dreieck gebogenen ist. Sie wird mit einem geraden Metallstab angeschlagen. Das Dreieck mit einer Schenkellänge von 15 bis 30 cm wird an einer Schlinge frei schwingend an einem Ständer aufgehängt oder in der Hand gehalten.
Der Ton ist in der Höhe nicht bestimmbar, äußerst hell und besitzt die höchste Obertonfrequenz im Orchester. Heute wird die Triangel normalerweise auf einer Linie notiert.
 

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Becken

Das Becken stammt aus dem asiatischen Bereich und war im Mittelalter und in der Antike unter dem Namen Kymbala bekannt. Im 18. Jahrhundert gelangt das Becken ins Orchester. Es gibt neben dem im Orchester verwendeten türkischen Becken, das flach ist und gleichmäßig von der Mitte zum äußeren Rand verläuft, das chinesische Becken, das sehr dünn ist, einen aufgebogenen Rand und eine dosenförmige Mitte hat.
Das Becken besteht aus zwei tellerförmigen Metallscheiben aus Messinglegierungen mit einem Durchmesser von 30 bis 50 cm, die in der Mitte mit einer kleinen Kuppelausbuchtung versehen sind. Die Ränder der Scheiben werden mit Schlegeln oder Besen angeschlagen und so zum Schwingen gebracht. Das Becken wird an einem durch ein Loch in der nichtschwingenden Mitte gezogenen Riemen befestigt bzw. gehalten. Teilweise werden auch einzelne Becken an einen Ständer gehängt. Die Tonhöhe ist nicht bestimmbar. Das Becken hat einen schrillen, lang anhaltenden Klang.
 

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Trommeln

Trommeln gehören zu den ersten Instrumenten der Menschheit. Sie sind sowohl bei den Naturvölkern seit Jahrhunderten in Gebrauch als auch schon aus der Zeit des alten Ägypten überliefert. In Europa gibt es seit dem Mittelalter sowohl ein- als auch zweifellige Trommeln. Im 17. Jahrhundert gelangten die Kleine wie auch die Große Trommel ins Orchester. In dieser Zeit wurden auch Spannschrauben zur Fellspannung an den Trommeln befestigt
 

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Kleine Trommel

Die Kleine Trommel, die sich aus der Militärtrommel entwickelt hat, besitzt eine zylindrische Form, eine Höhe von 16-18 cm und der Durchmesser der Felle beträgt 35 cm. Während das obere Fell als Schlagfell dient und in der Mitte angeschlagen wird, wird das untere Fell als Resonanzfell verwendet. Es wird vor allem durch die Luft im Inneren zum Schwingen gebracht.
Bei der Kleinen Trommel sind vier bis zehn Schnarrsaiten über das Resonanzfell gespannt, die den charakteristischen schnarrenden Klang der Trommel erzeugen. Durch das Abnehmen des Schnarrsaitenbezugs wird der Klang dumpfer. Die Felle werden durch Schrauben gespannt, die am Felldruckreifen befestigt sind.
Die Trommel wird mit Schlegeln aus Hartholz angeschlagen. Der Corpus ist heute meistens aus Metall oder Holz und die Felle sind aus gegerbter Kalbs- oder Eselshaut gefertigt.
 

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Große Trommel

Die Große Trommel ist türkischer Herkunft und unterscheidet sich vor allem in den Maßen von der Kleinen Trommel. Sie ist 15-76 cm hoch und hat einen Felldurchmesser von 36-100 cm. Sie wird meistens auf einen kleinen Ständer gestellt, so dass sie von beiden Seiten mit einem oder zwei Schlegeln aus unterschiedlichem Material geschlagen werden kann. Normalerweise benutzt man einen lederbezogenen Holzschlegel für den betonten und eine Rute für den unbetonten Schlag. Auf dem Boden stehend kann die Große Trommel auch mit einer Anschlagmaschine durch den Fuß geschlagen werden.
 

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Glockenspiel

Das in Frankreich aus dem 7. Jahrhundert bekannte Glockenspiel, auch Cymbala genannt, bestand aus verschieden gestimmten Glocken, die nebeneinander aufgehängt waren und mit einem Hämmern oder Stäbchen angeschlagen wurden. Das Glockenspiel diente in erster Linie zur Begleitung liturgischer Gesänge. Seit dem 12. Jahrhundert wurden Glockenspiele in Kirchtürmen verwendet, um den Stundenschlag der Uhr zu markieren.
Im 14. Jahrhundert kam das erste mechanische Glockenspiel mit einer Stiftwalze auf. Im 16. Jahrhundert wurde die Zahl der Glocken auf zwei bis vier Oktaven erhöht. Dadurch und durch die Einführung einer mit den Fäusten geschlagenen Klaviatur wurde ein selbständiges Spielen ermöglicht. Seit dem 17. Jahrhundert gibt es auch Glockenspiele, bei denen die Glocken durch Metallplatten ersetzt werden. Das moderne Orchesterglockenspiel hat eine zweireihige Klaviatur aus Stahlplatten, die mit Metallhämmern angeschlagen wird und in einem flachen Resonanzkasten liegt (s.a. Celesta). Der Tonumfang reicht von g2-e5
 

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Rassel

Die Rassel ist auf der ganzen Welt verbreitet. Sie wird vor allem als Geräuschinstrument für magische und kultische Handlungen aber auch für Geräuscheffekte verwendet.
Rasseln gibt es in Gefäß-, Reihen- oder Rahmenform. Die Gefäßrassel hat einen runden oder ovalen Hohlkörper aus Holz, Metall, Ton oder anderen Materialien. In diesen Hohlraum sind ein oder mehrere Rasselkörper (Samenkörner, kleine Steine und ähnliches) eingeschlossen. Die Rassel wird durch Schütteln zum Klingen gebracht.
 

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Gong

Der Gong ist ostasiatischer Herkunft und besteht aus einer runden Metallplatte aus Bronze, die entweder gegossen oder gehämmert ist. Der gestimmte Gong hat in der Mitte einen Buckel oder eine Vertiefung, die mit einem weichen Klöppel angeschlagen wird. Der Rand ist in der Regel gebogen, teilweise so weit, dass ein Kesselgong entsteht. Die Größe des Gongs kann sehr unterschiedlich sein.
Die Tamtams haben einen Durchmesser von bis zu 1,50 m und sind auf keinen festen Ton gestimmt. In den asiatischen Gamelan-Orchestern werden meistens mehrere Gongs verwendet. In Europa sind Gong und Tamtam seit Ende des 18. Jahrhunderts in einigen Werken im Orchester vertreten.

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Celesta

Die Celesta ist 1886 erstmals von A. Mustel gebaut worden und wurde wenig später von verschiedenen Komponisten in ihren Werken verwendet. Das dem Harmonium ähnliche Stahlplattenklavier hat einen Tonumfang von c1-c5. Die abgestimmten Stahlplatten liegen auf hölzernen Resonanzkästen und werden über eine Tastatur mit Hammermechanik angeschlagen. Der lange Nachhall der Töne kann mit einem Pedal gedämpft werden. Die Celesta hat einen hellen und zarten Klang. Die Klangfarbe ist irgendwo zwischen dem des Glockenspiels und dem der Glasharmonika anzusiedeln.
 

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Xylophon

Man geht davon aus, dass das einfache Klangholz der Vorläufer dieses Instruments ist. Xylophone sind in der ganzen Welt verbreitet. So gibt es sie mit wenigen Klanghölzern in Ozeanien und bei den Indianern in Amerika, in Afrika und Indonesien treten sie mit 5-25 Platten auf. Die indonesischen Xylophone haben als Klangkörper eine unter den Platten angebrachte Röhre, während die Afrikanischen eine Kalebasse als Resonator besitzen. Solche Xylophone sind im 20. Jahrhundert auch nach Europa gelangt. Doch schon in der Antike hat es hier Xylophone ohne Kalebasse gegeben, die erst wieder ab dem 15. Jahrhundert populärer. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde es erstmals im Orchester eingesetzt.

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Als Xylophon werden die Instrumente bezeichnet, die durch das Anschlagen von Holzstäben oder Holzplatten einen Ton produzieren. Die Platten der Orchesterxylophone sind klaviaturmäßig auf einem Gestell befestigt und besitzen heute üblicherweise Resonanzröhren. Diese Instrumente werden auch Xylomarimba oder Xylorimba genannt. Um das Mitschwingen des Materials zu vermeiden, werden die Platten auf Fäden gezogen oder liegen auf weichem Material wie zum Beispiel Gummi oder Filz. Angeschlagen werden die Holzplatten mit löffel- oder kugelförmigen Schlägeln. Xylophone werden heutzutage auch gerne als Schulinstrumente verwendet. Der Tonumfang geht von c1 bis c5.
Zu der Klasse der Xylophone gehören auch Marimba, Metallophon und Vibraphon.


Weiteres Schlagwerk

Des Weiteren gehören zum Schlagwerk noch Amboß, Claves, Holzblock, Klappern, Schellen, Kastagnetten, Peitsche ( oh ho ) und Schellentrommel


 

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Last update: 16.07.2006

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